31. Mai 2026
In eigener Sache
Leserbrief zur Debatte um den AfD-Flyer, die Initiative ZIN 19 und die Reaktion des Gemeinderates und des Bürgermeisters
Wenn der Bürgermeister die Kritik der ZIN 19 an den etablierten Parteien als „Faustschlag ins Gesicht“ bezeichnet, lenkt das vom Kernproblem ab.
Der aktuelle Flyer der AfD („Millionen für Fremde“) ist unerträglich und brandgefährlich. Die Bürgerinitiative ZIN19 hingegen ist keine Gefahr für die Demokratie. Sie mag mit ihren Fragen unbequem, hartnäckig und manchmal lästig sein – doch genau das gehört zu einer lebendigen Demokratie. Wer politische Verantwortung trägt, muss deshalb auch kritische Stimmen aushalten.
Doch einfacher Populismus verfängt vor allem dort, wo das Vertrauen in die Politik und Verwaltung zuvor beschädigt wurde.
Genau das ist in Wadersloh geschehen, Beispiel: Bei der Einführung der Mülltonne wurde der Antrag eines Bürgers von der Verwaltung und Politik über Jahre hinweg blockiert. Es wurde rechtswidrig gehandelt, um Bürgerrechte auszuhebeln – bis das Ministerium einschreiten und die Gemeinde zum Einlenken zwingen musste.
Wer so mit dem Recht und den Bürgern umgeht, schafft selbst den Frust, den die AfD jetzt für ihre Stimmungsmache ausnutzt. Nicht die offene Kritik an diesen Missständen gefährdet die Demokratie, sondern ein Umgang mit Bürgern, der den Glauben an Fairness, Transparenz und rechtsstaatliches Handeln vor Ort untergräbt.
Steen Christensen, Wolfgang Kißler, Alfons Lüke, Erwin Rennekamp, Paul Plümpe, Richard Streffing




